Auswandern und Freundschaften – Einfach weg… Warum das Fehlen des bisherige Umfeldes das Auswandern zum Scheitern bringen kann.

Auswandern und Freundschaften –
Was mit der Zeit daraus wird

Wie „tief“ Ihre langjährigen Freundschaften wirklich sind, welche Veränderungen Sie nach einem Jahr feststellen werden und was dies mit dem Erfolg Ihrer Auswanderung zu tun hat.

Dieses Thema finde ich persönlich sehr interessant, da spätestens nach meiner eigenen Auswanderung ich merkwürdige Auffälligkeiten und Veränderungen bei mehreren meiner „Freunde“ festgestellt habe. Heute übrigens definiere ich das Wort „Freund“ oder „Freundschaften“ in wesentlichen Zügen differenzierter als früher. Wer von sich sagen kann, dass er zwei bis drei „echte“ Freunde besitzt – ist meiner Erfahrung nach – eine echte Ausnahme und kann sich glücklich schätzen. Doch viele Menschen ist das in dieser Form überhaupt nicht bewusst. Grund: Ihre „Freundschaften“ werden mehr oder weniger nie auf die „echte“ Probe – so wie sich dass zum Beispiel bei einer Auswanderung ergibt – gestellt.

Viele meiner Weggenossen – die ebenfalls ausgewandert sind – stimmen mit mir überein, wenn wir – wenn auch nur sehr selten – über dieses Thema sprechen. Zum Beispiel viele US-Amerikaner, die ich inzwischen kennengelernt habe, haben für „dieses“ Phänomen (Freundschaften lösen sich über kurz oder lang in „Luft“ aus) sogar eine eigene Art des Redens bzw. der Begründung. Für sie ist dies übrigens völlig normal. Für uns Europäer wird diese Entwicklung eher überraschend vernommen.

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Nun, die Entwicklung verläuft weniger synchron mit der Dauer der Zeit des „Fernbleibens“, sonder vielmehr lösen sich die Freundschaften eher abrupt auf. In den ersten Wochen und Monaten ändert sich – zumindest aus der Sicht des Auswanderers – nicht viel. Er/sie ist/sind mit der Eingewöhung viel zu sehr beschäft, um Auffälligkeiten über das Abflauen der Freundschaften festzustellen.

Der neue Job, das Aufbauen eines neuen Freundeskreises, die Sprache, die neue Schule, die Kultur, der Tagesablauf – eben alles, was ein Wechsel so mit sich bringten, lässt einem kaum Zeit, „Freundschaftspflege“ mit den Bekannten und Freunden in der alten Heimat zu betreiben. Wenn man sich dann ab und zu mal meldet, sind die Freunde gerne bereit, sich mit den „Auswanderern“ zu unterhalten.

Dies dauert dann bis zu einem, maximal eineinhalb Jahren an. Dann werden Sie merken, wie sich dies – wie oben schon erwähnt – von einem auf den anderen Monat schlagartig vervändern wird.

Vielleicht sind Sie selber ein sogenannter „harter Hund“ und es lässt Sie „kalt“, was mit Ihren alten Freundschaften passiert. Doch sind Sie in dieser Beziehung eher ein „Sensibelchen“, dann kann Ihnen dass schwer zu schaffen machen. Oder denken Sie noch etwas weiter: Sie wandern mit Ihrem Partner und Ihren Kindern aus. Viele „Rückwanderer“ beklagen oft genau das Fehlen der Freunde und des persönlichen Umfeldes als die schlimmste Erfahrung bei einer Auswanderung. Je mehr Personen bei der Auswanderung „beteiligt“ sind, desto „wuchtiger“ wird Sie dieses Thema einholen.

@ Auswandern und Freundschaften

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  • Freundschaften müssen gepflegt werden. Dies ist – wenn Sie im Ausland leben – nur bedingt möglich. Echte Freunde sind hier natürlich wesentlich grosszügiger, sollten Sie einmal über längere Zeit sich nicht melden.
  • Neid. Eigentlich wollte ich diesen Punkt nicht bringen. Aber ich finde, Ehrlichkeit gehört ebenfalls zu einem Blog und Ratgeber. Deswegen nur ganz kurz – Bedenken Sie: Am Anfang werden sich Ihre Freunde gerne mit Ihnen unterhalten.
    Teils aus Neugier, aber auch – aufgrund des Wissens, das Auswandern sehr komplex und alles andere als einfach ist – um über den Sachstand Ihrer Widerstände bestens informiert zu sein. Es gibt doch für Viele nichts Schöneres, als über das Scheitern Anderer zu berichten. Warum sind den die Auswanderer-Sendungen a) so beliebt und b) warum werden „Chaos“-Auswanderer bei der Auswahl der Protagonisten bevorzugt
    Ich hoffe, Sie verstehen, was ich meine.

@ Auswandern und Freundschaften

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Nur mal eines vorweg: Bei einer schon etwas älteren Statistik über das erfolgreiche bzw. erfolglose Auswandern wurde festgestellt, dass bis 92% aller Auswanderer allein in den ersten 2(!) Jahren wieder zurückkehren. Und mit der häufigste Grund, der zur Rückkehr geführt hat, war das Fehlen des ehemaligen Umfeldes – weniger der Arbeit – sondern vielmehr der Freunde und Bekannten.

Tipp:
Bedenken Sie diesen Punkt sorgfältig vor der weiteren Planung Ihrer Auswanderung. Wenn Sie mit der Familie diesen Schritt wagen, liegt der Erfolg nicht nur alleine von Ihrer Ausdauer ab. Sprechen Sie dieses Thema frühzeitig innerhalb der Familie an. Schätzen Sie – so gut als möglich – Ihre Familie ein, wie sie sich im neuen Umfeld zurechtfinden könnte. Sollten Sie ein Kind im Teenager-Alter haben, kann allein dies zum Scheitern führen. Denken Sie hierbei alleine an die Beziehung Mutter – Kind. Wenn es der Tochter oder dem Sohn nicht gefällt, ist die Mutter meist auf deren Seite. Dies kombiniert mit den sonstigen Schwierigkeiten, die das Auswandern vor allem in der ersten Zeit mit sich bringen, verstärken den Druck auf die Familie zunehmend. Das Ergebnis: Man geht wieder zurück, bevor man es überhaupt ernsthaft versucht hat.

Durch meine Zeit hier in Südamerika habe ich inzwischen sehr viele Auswanderer, die seit vielen Jahren im Ausland leben, kennen gelernt. Was besonderst stark auffällt: Die meisten „erfolgreichen“ Auswanderer, dich ich kenne, sind alleine ausgewandert. Natürlich muss dies keinem statistischen Durchschnitt entsprechen, ist meiner Ansicht aber nachvollziehbar. Es ist eben wesentlich einfacher.

Denken Sie alleine an die Formate deutscher TV-Privatsender, die über das Schicksal deutscher Auswanderer berichten. Die wenigsten von den Auswanderern, die mit der Familie auswandern, haben Erfolg. Ausnahme: Familien, bei denen verantwortungsbewusst im Vorfeld alle möglichen Szenarien angesprochen werden und die Planungen von Anfang an umfassend und mit gesundem Menschenverstand angegangen werden. Meist handelt es sich dabei um intelligenteres „Klientel“, ist aber nur meine Einschätzung und muss nicht automatisch zu mehr Erfolg führen.

@ Auswandern und Freundschaften

Unterschätzen Sie dieses Thema auf keinen Fall – vor allem – wenn Sie mit der Familie eine Auswanderung planen.

Eine umfassende Vorbereitung hat auch viel mit Verantwortung zu tun. Sollten Sie eine umfassende Anleitung mit wichtigen Hinweisen suchen? Hier auf diese Seite finden Sie unter der Rubrik „PLANUNG“ eine Checkliste. Diese habe ich für Sie in zwei Versionen zur Verfügung gestellt:

  • Liste zum Ausdrucken mit allen Hinweisen und Tipps
  • Liste zum Ausdrucken nur mit den Hauptpunkten

Drucken Sie am besten beide pdf-Dokumente aus. Die Hinweise dienen zur weiteren Erklärung des Sachverhaltes, die Liste mit den Punkten zum Abhaken der bereits von Ihnen erledigten Punkte.

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Noch Fragen?

Vor der Auswanderung gibt es zahlreiche noch ungeklärte Punkte. Wenn Sie speziell noch das eine oder andere wissen möchten, können Sie sich gerne bei mir melden.